SHOWS - Videoclips

Sarta

Giovanna

Suggeritrice

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Die Schneiderin Die tapfere Hanna Die Souffleuse So ein Käse

Solo

Die Schneiderin

Als Wäscherin hat Gardi Hutter, alias HANNA, angefangen, als Sekretärin ist sie auf- und als Souffleuse unter die Bühne abgestiegen.
Jetzt sind es die Bretter des Schneidertisches, die ihr die Welt bedeuten. Ein Blick durchs Knopfloch genügt: Erzählstoff gibt’s in Ballen. Die Schneiderin richtet mit der grossen Schere an. Es wird

weder an Boshaftigkeit noch an Unglück gespart. Sie lässt die Puppen tanzen – die Schneiderpuppen. Abgründe tun sich im Nähkästchen auf. Bei so vielen Spulen kann sogar das Schicksal den Faden verlieren.

Auch in Hanna‘s Schneiderei steht ein Schicksalsrad. Es dreht sich um die Endlichkeit des Seins und die Unendlichkeit des Spiels. In der Art der Clowns. Ausserhalb der Zeit.

MICHAEL VOGEL
Regisseur, Schauspieler und Maskenbauer. 1989 Abschluss des Schauspielstudiums an der Folkwang Hochschule Essen und Mitbegründer des THEATER STÜCKWERK, seit 1992 ist Michael Vogel als Regisseur vieler sehr unterschiedlicher Theater- und auch einer Zirkusproduktion tätig, ab 1996 Mitbegründer, künstlerischer Leiter und Regisseur der FAMILIE FLÖZ. Als Maskenspieler in den Flöz-Produktionen RISTORANTE IMMORTALE und INFINITA tourt er seit 1998 durch die Welt. Michael Vogel unterrichtet  an Hochschulen, Universitäten und in Workshops das Spiel mit Masken.
Ausführlicher in www.michaelvogel.de
Michael Vogel lebt in Berlin und ist Vater von einer Tochter und einem Sohn.

DIE MITMACHER
Stück von
Gardi Hutter und Michael Vogel
Spiel: Gardi Hutter
Regie: Michael Vogel (Familie Flöz)
Musik: Franui                                  
Sounddesign: Dirk Schröder
Animation: Andreas Dihm
Lichtdesign: Reinhard Hubert
Bühne: Urs Moesch - Fausto Milani
Kostüm: Anna ManzSarta
Assistenz: Carsta Zimmermann
Tour-Assistenz: Raffaella Benini, Andrea Cosentino
Tour-Technik:  Raffaella Benini, Andrea Cosentino
Dramaturgischer Rat: Dominik Flaschka
Theaterhistorischer Rat: Gerda Baumbach
Gag Rat: Ferruccio Cainero
Graphik: Stephan Bundi 
Unterstützt von: Annette Ringier, Migros Kulturprozent

Das Schicksal ist mit Faden und Schere seit Urzeiten verbunden. In vielen Mythologien kommen sie vor - die Moiren (griechisch), Parzen (lateinisch), Nornen (altnordisch) - die drei Schicksalsgöttinnen: die erste spinnt den Lebensfaden, die zweite bemisst ihn und die dritte schneidet ihn ab.
Sie sind die noch ungezähmten Urahninnen der Schneiderin.

Mythologien sind wahre Fundgruben fürs Theater. Sie speichern unendlich viele Geschichten, die sich frühere Menschen gesponnen haben, um dem Leben - und dem Sterben - Sinn zu geben. Der Tod ist dort nie ein abruptes Ende. Er ist meist eine Reise in ein anderes Land. Oder gar ein Zurückkehren zu Mutter Erde, ein quasi Heimkommen. Die Erfindungen sind, wie auch die Natur, variantenreich, überraschend, phantasievoll und oft grotesk - bis hin zur Figur des schwangeren Todes. Das stete Werden und Vergehen ist wohl die grösste Herausforderung für den menschlichen Geist.

Heute arbeitet die Wissenschaft an der Unsterblichkeit und die Werbung verkauft sie schon. Wir sind alle jung und dynamisch. Der Tod ist tabu. Ausgesperrt. Unsichtbar. Doch wie wir auch zappeln: am Schluss steht das Ende. Sterben ist im Leben inbegriffen. Da gibt's nichts zu rütteln. Wir können uns nur lustvollere Vorstellungen darüber machen. Und mit Gelächter die Angst vertreiben

Chronos, der Gott der gemessenen Zeit , muss still halten. Kairos, der Gott der Traumzeit, übernimmt.

Die Souffleuse

Souffleusen sind eine vom Aussterben bedrohte Art aus der Familie der Wurzelgemüse.  Sie schauen von unten auf die Welt. Sozusagen aus dem Loch heraus. Sie kennen das ganze Stück und alle Darstellenden.
Niemand aber kennt sie. Ihr Einflüstern ist nur gefragt, wenn denen im Lichte der Faden reisst.

Souffleuse Hanna lebt fürs Theater.  Und unterm Theater.
Sie hat es sich im Bühnenuntergrund gemütlich eingerichtet. So kann sie praktisch aus dem Bett arbeiten und braucht sich nur bis Brusthöhe herauszuputzen. Mehr sieht man eh nicht von ihr. Für das Publikum ist sie ohnehin eine Unsichtbare.
Hanna arbeitet mit Hingabe. Die Schauspieler erkennt sie an der Stimme - und am Fussgeruch. Es ist ein schattiges und doch kein schlechtes Leben. Sie hat sich damit abgefunden und amüsiert sich gar auf eigene schrullige Art.

Doch eines Tages wird das alte Haus geschlossen, um einem modernen Theater Platz zu machen. Leider haben alle vergessen, diese tolle Neuigkeit auch der Souffleuse mitzuteilen.

Von und mit: Gardi Hutter  
Regie: Fritzi Bisenz  -  Ueli Bichsel  
Musik: Franco Feruglio  
Bauten: Urs Moesch 
Mechanik: Martin Fischer  (a faire)  
Licht & Ton:  Eli DeAmbrosi – Simone Kaufmann  

Unterstützt von:  Divisione di cultura del canton Ticino, Comune di Arzo
Ford Motor Company,  Migros Kulturprozent

Uraufführung: 30. April 2003 im Casinotheater Winterthur
Foto: Adriano Heitmann

Suggeritrice

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Jeanne d'ArPpo - Die tapfere Hanna

Eine Wäscherin, die von grossen Heldentaten träumt.

Hanna, zerzaust und versponnen, hat als Wäscherin kein leichtes Leben.
Widerspenstige Wäscheklammern, heimtückische Wäscheseile, ein Waschbecken mit schwindelerregenden Abgründen und vor allem ein dreckiger und fauler Wäschehaufen können nur mit aller List bezwungen werden.
Hanna‘s einziger Lichtblick ist ihr Buch über die Heldentaten von Jeanne d‘Arc, das sie in den Arbeitspausen mit Hingabe liest.
Ja! Ohne Zögern würde sie ihr einsames und mühsames Leben gegen Abenteuer, Ruhm und Ehre eintauschen.Traum und Wirklichkeit vermischen sich, verlieren ihre Grenzen. Der Waschzuber wird zum Kriegsschiff, der Wäschehaufen zum Kampfross… sogar Hosen "kommen vom Himmel geflogen" und erheben sie zum Ritter: Es lebe Jeanne d'ArPpo!
Mangels ausländischen Eroberern erklärt sie kurzerhand ihrem bittersten Feind den Krieg: dem "Riesenhaufendreckiger-wäsche".
Weder Raufereien noch Saufereien, weder Verrat noch Feigheit können die wackere Heldin entmutigen, die sich, mit immer mehr Pfannen und Kübeln gewappnet, tapfer schlägt.
Aber kleine Leute haben es schwer aus dem Schatten zu treten….und Hanna geht heldenhaft in ihrem Waschbecken unter.

Von Gardi Hutter, Ferruccio Cainero
Regie: Ferruccio Cainero

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So ein Käse

Eine hungrige Maus beobachtet sehnsüchtig durch ein Fern-ofen-rohr einen runden Käse, der so nah und doch so unereichbar ist: er hängt in einer Mausefalle! Die Ahnenbilder, die am Fallenrahmen hängen, sind der Maus  Warnung genug, sich nicht leichtsinnig "ihrem Liebsten" hinzugeben. Mit Beharrlichkeit und List schafft sie es dennoch, sich "Käseessenz" zu besorgen, ohne dass die Falle zuschnappt.
"Käseessenz"…schon der Geruch macht ihr weiche Knie. Sie ist süchtig. Sie will mehr, mehr….ein Fondue!!
Ihre Gier macht sie unachtsam. Plötzlich steht sie in der Falle. Ihre Seele flattert schon höhenwärts. Doch die Falle schnappt nicht zu. Sie hat Rost angesetzt.
Jetzt kann das schöne Leben im "Einfallenhaus" beginnen! Die "Wohlstandsmaus" richtet sich häuslich in ihrem Paradies ein: Schaukel, TV, Blumen, Fahne: alles Käse!
Sie ist dick geworden, träge. Langeweile schleicht sich ein. Ihre Träume schmecken verstaubt. Auch das intensivste Putzprogramm kann den aufkommenden Ärger nicht ersticken.
Dann sieht sie den goldenen Mond am Himmel: "So ein Käse!!!"
Was dem Mensch das Gold, ist der Maus der Käse. Hier der Goldrausch, dort das Käsefieber. Beider Leben sind hindernissreiche Rennen nach Gold, Geld oder Käse. Dabei riskieren sie oft Kopf und Kragen.Und wenn sie es schaffen viel davon anzuhäufen, wird die Hauptsorge, wie sie das Erworbene erhalten, schützen und vermehren – und sich gleichzeitig alle Träume erfüllen können ….und da beisst sich der Teufel in den Schwanz. Die Maus auch!

Von Gardi Hutter, Ferruccio Cainero, Mark Wetter
Regie: Ferruccio Cainero
Bühnenbild: Roli Beetschen
Musik:  Franco Feruglio 

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